Angsthündin Lia sucht eine Familie!

 

Bevor wir Euch etwas über diesen Hund erzählen, möchten wir ein paar Zeilen zum Thema Angsthunde schreiben. Denn Lia ist einer dieser Angsthunde. Meistens sind diese Hunde ohne menschlichen Kontakt oder mit negativen Erfahrungen durch Menschenhand aufgewachsen und sitzen teilweise schon viele Jahre im Tierheim, weil es sehr schwer ist, die richtigen Menschen für sie zu finden. Diese Hunde haben sehr viel Angst, brauchen lange, um Vertrauen aufzubauen, kennen manchmal nur das Gelände des Tierheims und waren noch nie oder nur selten außerhalb des Tierheims. Sie kennen es nicht in einem Haus zu leben, im Auto mitzufahren, an der Leine zu laufen -. eben nichts, was ein “normaler” Hund kennt.

 

Wer sich für einen Angsthund entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass es eine große Aufgabe sein wird, diesem Hund mit viel Geduld und Liebe alles zu zeigen und beizubringen. Es kann Jahre dauern, bis er sich sicher fühlt und sich so verhält, wie man es von Familienhunden kennt. Es kann sein, dass er sich in einer sicheren Umgebung schnell einlebt und dazulernt. Aber es kann eben auch sein, dass es sehr lange dauert. Wir können und wollen das nicht schönreden, denn davon hat weder der Mensch noch der Hund etwas. Ein Angsthund muss sich auf seinen Menschen verlassen können, er muss sich sicher fühlen und darf nicht bedrängt werden. Wer sich für einen Angsthund entscheidet, nimmt einen Hund bei sich auf, der nichts kennt und vor allem und jedem Angst hat. Man muss ihm die Zeit geben, die er braucht, ihn immer wieder positiv bestärken und die kleinen Fortschritte zu schätzen wissen.

 

Grundvoraussetzung für einen Angsthund ist ein Haus mit einem eingezäunten und ausbruchsicheren Garten. Die Hunde kennen es nicht spazieren zu gehen. Sie müssen deswegen die Möglichkeit haben, in den Garten gehen zu können, bis sie sich an Halsband, Sicherheitsgeschirr und Leine gewöhnt haben.

 

Wir wünschen uns sehr, dass unsere Angsthunde nicht den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen müssen. Sie sollen die Chance bekommen, auch die schönen Seiten eines Hundelebens kennenzulernen – bei Menschen, die sich mit Angsthunden auskennen, die ihnen Zeit geben, Geduld haben und wissen, dass es sich lohnt ihnen eine Chance zu geben.

Bei weiteren Fragen stehen wir Euch gerne zur Verfügung.

 

Vorgeschichte:

Freiwillige Helfer sahen Lia allein auf einem Feld umherstreunen und baten uns um Hilfe. Es war unmöglich ihr Vertrauen zu gewinnen, wir versorgten sie mit Futter und Wasser, aber sie näherte sich uns nie. Viele Tage vergingen und keinerlei Fortschritt wurde gemacht, so entschieden wir uns sie zu sedieren, um sie ins Tierheim transportieren zu können. Sie war sehr ängstlich, aber guter Gesundheit. Niemand kennt ihre Vorgeschichte oder ihre Besitzer.

 

Verhalten zu Menschen generell, Kinderverträglichkeit:

Lia wird sich gut mit älteren Kindern verstehen, sobald sie Vertrauen gefasst hat.

Wesen:

Lia ist anfangs sehr misstrauisch. Tagtäglich hat sie mehr Vertrauen aber zeigt dennoch Respekt und Misstrauen gegenüber Menschen. Trotz ihrer anfänglichen Angst vor fremden Menschen oder Situationen schnappt sie nicht und zeigt keine bösen Anstalten.

 

Lia ist eine verspielte Hündin, die nicht sonderlich viel Auslauf benötigt. Das Spazierengehen an der Leine muss noch geübt werden. Wir gehen davon aus, dass Lia davor noch nie ein Halsband oder Geschirr trug. Sie freut sich über viele Übungen und Spaziergänge mit ihrer neuen Familie um ihre Umwelt erkunden zu können. Beim Laufen zeigt sie keinerlei Angst vor lauten Geräuschen wie dem Verkehr, ihr Problem sind fremde Menschen.

 

Verträglichkeit mit Artgenossen:

Lia kommt sehr gut mit ihren Artgenossen, sowohl Rüden als auch Hündinnen, zurecht. Sie lebt mit Rüden und anderen Hündinnen zusammen und liebt es mit ihnen in den Auslauf zu gehen.

 

Wo Lia leben möchte: 

Lia möchte ihr Leben in einer liebevollen und erfahrenen Familie verbringen. Gerne kann diese schon ältere Kinder oder einen oder mehrere Hunde haben. Sie freut sich über eine Familie, die sich Zeit für sie, ihre Bedürfnisse und ihre Erziehung nehmen kann.

 

Ein sicherer Ersthund ist eine weitere Voraussetzung. An ihm kann sich der Angsthund orientieren und lernen, dass er nicht vor allem Angst haben muss. Es wird ihm Sicherheit geben, wenn er einen Artgenossen hat. Meistens sind Angsthunde sehr soziale Hunde im Umgang mit anderen Hunden und es hilft ihnen sehr, wenn einer in ihrer Nähe ist.

 

Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie glauben, dass Lia zu Ihnen passt! Wir beantworten Ihnen sehr gerne alle weiteren Fragen.

 

Allgemeiner Hinweis:

Zu rassespezifischen Merkmalen und/oder möglichen generellen gesundheitlichen Problemen, die u. a. von der Anatomie eines Hundes abhängen können (z. B. kurze Beine i. V. m. langem Rücken, o. a. typische Probleme vieler großer Hunde, wie Magendrehung etc.) informieren wir Sie bei Interesse an dem Tier und den sich anschließenden Vermittlungsgesprächen gerne ausführlich.

 

Ausreise:

Lia ist bei der Übergabe geimpft, gechipt, kastriert und wird vor ihrer Ausreise auf Mittelmeerkrankheiten getestet.

 

Aufenthaltsort:

Tierheim in Albolote, Spanien.

 

Informationen zum Tierheim Albolote:
Albolote ist eine Kleinstadt in Spanien, auf dem andalusischen Festland. Täglich werden hier ca. 150 Hunde und ca. 100 Katzen versorgt. In Albolote wird nicht getötet!

 

Es gibt nur eine fest angestellte Mitarbeiterin, alle anderen Helfer sind ehrenamtlich im Tierheim tätig. Alle zusammen stecken viel Zeit, Engagement und Liebe in das „Projekt Albolote“. Wir arrangieren Tierheimfeste in der Stadt, klären über Kastrationen auf, besuchen mit den Hunden Altenheime, Kindergärten usw. und informieren über Tierschutz ganz allgemein. Es soll sich auch langfristig etwas ändern in Spanien!

Bei der Mühe, die sich wirklich ALLE geben, ist Albolote trotzdem kein schöner Ort für unsere Schützlinge. Eigentlich immer voll besetzt, laut, eng. Es gibt viele Zwingeranlagen und zwei sehr beengte Katzenbereiche. Wegen der vielen Tiere haben unsere Hunde nur täglich zwei Stunden Freilauf, während ihre Zwinger gereinigt werden. Zum Teil müssen wir sogar die Waschküche und Vorratsräume belegen, wenn das Tierheim mal wieder aus allen Nähten platzt, was in letzter Zeit eigentlich ständig der Fall ist.

 

Also bestenfalls ein Dach über dem Kopf und Versorgung, mehr können wir nicht bieten. Ein Tierheim eben – aber ganz sicher kein Zuhause und kein Ort, an dem irgendein Tier sein Leben verbringen sollte! Die meisten unserer Schützlinge haben nur eine Chance (auch aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und der hohen Arbeitslosigkeit in Spanien), wenn sie ins europäische Ausland vermittelt werden können. Hierzulande finden sich immer weniger Menschen, die einen Hund oder eine Katze adoptieren können/möchten.

 

Ohne Vermittlungen ist dauerhaft kein Tierschutz möglich. Deshalb arbeiten ALLE Helfer und Helferinnen in Spanien und Deutschland Hand in Hand zusammen um die Hunde und Katzen DIREKT aus dem Tierheim in ein schönes Zuhause vermitteln zu können.

  • LIA
  • weiblich/kastriert
  • Mischling
  • ca. 3 Jahre
  • Spanien
  • gechipt, geimpft, kastriert, EU-Heimtierausweis
  • Tierschutzverein Asociación Amigos de los Animales - Albolote/Granada (Spanien)
  • 0152/21 81 93 48
  • anja@tierhilfe-hegau.de